Evangelischer Kindergarten Wilhelmsruh
4. Bildungsbereiche

Die Entwicklung des Kindes in seiner Gesamtpersönlichkeit vollzieht sich ganzheitlich und steht im Mittelpunkt unserer Arbeit.

In unserer Arbeit richten wir uns nach dem Berliner Bildungsprogramm, in dem folgende 7 Bildungsbereiche verankert sind:

1. Körper, Bewegung und Gesundheit
2. Soziale und kulturelle Umwelt
3. Kommunikation
4. Bildnerisches Gestalten
5. Musik
6. Mathematische Grunderfahrungen
7. Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrung


1. Körper, Bewegung und Gesundheit

Bewegung ist die Grundlage des Denkens und als Einheit von Körper, Geist und Seele zu sehen.

Darunter verstehen wir, dass die Kinder im Außengelände nach Lust und Laune hopsen, springen, rennen, klettern usw. können. Dabei stoßen die Kinder oft an ihre Leistungsgrenzen und lernen die Gefahren wahrzunehmen, zu erkennen und einzuschätzen.

Durch das Angebot unterschiedlicher Spielgeräte, wie Roller, Dreirad, Klettergerüst, Rutsche, Schaukel etc. bieten wir den Kindern eine Vielfalt an Möglichkeiten, sich selbst auszuprobieren, sich selbst zu spüren und alle Sinne zu mobilisieren.

Die Kinder werden angeregt, ihre Gefühle - Wut, Trauer und Freude - mitzuteilen und bei anderen Kindern wahrzunehmen.

Durch Angebote wie Bewegungsspiele und Massagen haben die Kinder die Möglichkeit, Erfahrungen mit körperlicher Bewegung und Nähe zu sammeln.

In der Gemeinschaft lernen die Kinder, bei der täglichen Körperpflege auf sich zu achten, sich gegenseitig zu helfen und zu motivieren.

Da auch die Ernährung ein wichtiger Baustein der kindlichen Entwicklung ist, achten wir bei der Auswahl unseres Mittagessens und durch das tägliche Obstfrühstück auf eine gesunde, ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung.


2. Soziale und kulturelle Umwelt

"Kinder brauchen Wurzeln und Flügel" (J.W. von Goethe)

Wurzeln, um zu wissen, wo sie herkommen und Flügel, um die Welt zu erkunden.

Soziale Beziehungen sind die Grundvoraussetzung aller Bildungsprozesse. Die ersten Bindungspersonen im Leben eines Kindes sind seine Eltern. Sie ermöglichen dem Kind die Entwicklung seines Selbstvertrauens, indem sie es unaufdringlich beobachten, begleiten und ihm bei Bedürfnis Zärtlichkeit, Ermutigung und Trost spenden.

Kinder brauchen Raum und Zeit, um die Welt zu erkunden. Wenn Eltern die Freude und den Stolz ihres Kindes teilen, fördern sie dadurch die Entwicklung des Selbstwertgefühls und der Selbstachtung.

Im Kindergarten sind Kinder in der Regel zum ersten Mal in einer größeren Kindergemeinschaft, in der im Prinzip alle die gleichen Rechte, Pflichten und Möglichkeiten haben.

Sie schließen Freundschaften und bauen Beziehungen auf, lernen miteinander zu leben und auszukommen. Dabei entdecken sie Gemeinsamkeiten, lernen aber auch, das Anderssein zu akzeptieren.

Im Alltag versuchen die Kinder, Konflikte selbst zu lösen und Kompromisse zu finden. Es werden Regeln erarbeitet, die es einzuhalten gilt und die ggf. gemeinsam geändert werden können.

Um ein harmonisches Zusammensein zu ermöglichen ist es wichtig, eigene Grenzen zu erkennen und zu äußern und die der anderen zu respektieren.

Bei Gesprächen (Morgenkreis, beim Essen...) werden die Kinder ermutigt, sich Gehör zu verschaffen, um ihre eigene Meinung zu äußern. Gleichermaßen werden sie dazu angehalten, zuzuhören und andere Meinungen zuzulassen.

In der Gruppe erkennen die Kinder durch Beobachtungen und Versuche den Zusammenhang zwischen eigenem Verhalten und dem der anderen.


3. Kommunikation

Kinder brauchen Zeit für Gespräche, denn die Sprache ist der Schlüssel zur Welt, ist Ausdruck der Verständigung und Beziehung zwischen Menschen.

Die Sprache ermöglicht den Kindern, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken, Konflikte verbal zu lösen und ihr Wissen weiter zu geben.

Durch das Angebot von Sprach-Bewegungsspielen sensibilisieren wir die Kinder, genau hinzuhören, an Hand von Reimen Sprachrhythmen zu erkennen und durch Singen und Mitbewegen nachzuerleben.

Wir ermutigen die Kinder sich mitzuteilen, Erlebtes frei zu erzählen, Geschichten nachzuerzählen und eigene Geschichten zu formulieren, die auch im Rollenspiel umgesetzt werden.


4. Bildnerisches Gestalten

Bei ihren Versuchen, die Welt kennen- und verstehen zu lernen, beschreiten die Kinder ganz eigene Wege und greifen hierbei zu den unterschiedlichsten Mitteln. Indem sie zeichnen, malen, collagieren, mit plastischen Materialien (Ton, Lehm, Knete...) und Draht, Wasser und Papier experimentieren, setzen sie sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinander, verarbeiten ihre Erlebnisse und verleihen darüber hinaus ihren Eindrücken neuen Ausdruck.

Durch die Handhabung verschiedener Materialien und Werkzeuge wird bei den Kindern die Motorik gefördert.

In unserer Einrichtung werden die entstandenen Arbeiten der Kinder präsentiert. Dadurch lernen sie ihre Werke und die der anderen wertschätzen. Dies trägt dazu bei, dass das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein der Kinder wachsen.


5. Musik

"Jeder Mensch wird mit der Erfahrung von Rhythmus geboren, dem Herzschlag der Mutter, und mit einem Musikinstrument, der Stimme" (Howard Gardner)

Musik ist nicht nur eine Quelle für reiche Empfindungen und großen Genuss, sondern fördert auch die kindliche Intelligenz und die innere Ausgeglichenheit.

Musikalische Bildung spricht Sinne und Gefühle an, fördert die Fantasie und Kreativität sowie die ganzheitliche Entwicklung der Kinder.

Durch musikalische Angebote (im Morgenkreis, im Gottesdienst, in Alltagssituationen, beim Spaziergang, in Projekten und bei Klanggeschichten) erlangen die Kinder ein Bewusstsein über die eigenen körperlichen Lautinstrumente und erproben dabei ihre Ausdrucksfähigkeit. Während des Musizierens in der Gruppe lernen die Kinder verschiedene akustische Wirkungen kennen, wie laute und leise Geräusche, schnelle und langsame, hohe und tiefe, angenehme und unangenehme Töne.

Darüber hinaus kann Musik auch den Weg ebnen zu einer Spiritualität, die Kindern durchaus zu eigen ist, aber leider oft verkümmert, wenn der Gehörsinn nur mit Geräuschen verschüttet wird.

Das Kennen- und Spielenlernen verschiedener Musikinstrumente (Orffsche Instrumente, Gitarre, Orgel, Flöte, Akkordeon) regt bei den Kindern Lust und Freude an, selbst Instrumente herzustellen.


6. Mathematische Grunderfahrungen

In den ersten Lebensjahren eines Kindes entwickeln sich die Grundlagen mathematischen Denkens.

Mathematische Grunderfahrungen sammeln die Kinder nicht nur in angeleiteten Aktivitäten, wie z.B. Gesellschaftsspiele, Zuordnungsspiele und Abzählreime.

Sie machen diese Erfahrungen auch im Alltagsleben z.B. beim Vergleichen von Größen, Längen, Breiten und Höhen und im Umgang mit verschiedenen geometrischen Körpern und Flächen, sowie beim Messen und Schätzen von Mengen.

Das Erleben eines immer wiederkehrenden Tagesablaufes bringt Orientierung, Sicherheit und eine Vorstellung von Raum und Zeit.

Über das Handtieren mit Bausteinen, Steckern, Murmeln, Perlen... gelangen die Kinder vom Vergleichen zum Zählen und zu Addition und Subtraktion.

Bei Kindern aller Entwicklungsstufen ist zu beobachten, dass die Beschäftigung mit den Ordnungsstrukturen der Mathematik Spaß macht und einen faszinierenden Reiz ausübt.


7. Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen

Kinder sind von Natur aus neugierig. Mit all ihren Sinnen erkunden und erforschen sie ihre Umwelt und machen erste Erfahrungen mit den Grundelementen Erde, Wasser, Feuer und Luft.

Sie beobachten, beriechen und ertasten die Dinge in ihrem Lebensraum, um sie kennen zu lernen und um Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen.

Die Kinder lernen das physikalische Phänomen der Schwerkraft kennen, wenn etwas herunterfällt und chemische Reaktionen, wenn sie z.B. Salz mit Wasser mischen.

Nicht nur beim Experimentieren entdecken die Kinder Ursache und Wirkungszusammenhänge, sie erleben sie auch im Naturkreislauf. Die Tier- und Pflanzenwelt passt sich immer wieder an die klimatischen Veränderungen der verschiedenen Jahreszeiten an. Auch wir Menschen müssen uns anpassen, z.B. indem wir witterungsgerechte Kleidung tragen.


Eingewöhnung

Austausch und Verständigung zwischen Kita und Eltern beginnen bereits beim Anmeldegespräch mit der Kitaleiterin. Hierbei lernen die Eltern die Erzieherinnen und die Räumlichkeiten der Kita kennen.

Im Sinne einer sanften Eingewöhnung wird das Kind bei seinem Übergang in die neue Lebenswelt Kita von einem Elternteil oder einer vertrauten Bindungsperson begleitet.

Dieses dient zur Sicherheit und Geborgenheit in der neuen Umgebung und gibt den Eltern die Möglichkeit, sich schrittweise zurückzuziehen.

Die Dauer der Eingewöhnung hängt aber auch davon ab, ob und inwieweit es den Erzieherinnen gelingt, eine Beziehung zu dem Kind aufzubauen.

Die Eingewöhnung kann als abgeschlossen betrachtet werden, wenn die Erzieherinnen selbst zur Bindungsperson werden, d.h. dass sie das Kind auch bei Abwesenheit seiner Eltern in verunsichernden Situationen auffangen und das Kind sich trösten lässt.


Übergang in die Schule

Schon mit Eintritt in den Kindergarten werden die Kinder auf die Schulzeit vorbereitet.

Im letzten Jahr, in dem das Kind die Kita besucht, fühlt es sich bereits deutlich größer und erwartet, dass ihm mehr und andere Rechte zugestanden werden als bisher.

Zumeist sieht es der größeren Selbstständigkeit mit Freude und Stolz entgegen.

Vor der Einschulung werden die Kinder mit verschiedenen Aktivitäten auf das Leben außerhalb der gewohnten Umgebung (Elternhaus und Kita) vorbereitet.

Die Verabschiedung der zukünftigen Schulkinder findet im Rahmen einer gemeinsamen Abschiedsfeier mit einem festlichen kindgerechten Gottesdienst statt.


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