100 Jahre evangelischer Kindergarten Wilhelmsruh - Bilder
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100 Jahre evangelischer Kindergarten Wilhelmsruh
Am 23.06.2007 haben wir unser 100-jähriges Jubiläum gefeiert. Es war ein wunderschönes Fest mit vielen Kindern, Gästen, ehemaligen Kindern und ehemaligen Mitarbeiterinnen.
Um 10.00 Uhr begann unser Festgottesdienst mit fröhlichem Gesang, Programm der Kita-Kinder, Gebeten, vielen guten Worten, Glückwünschen und Grußworten.
Anschließend haben wir auf dem Kita-Gelände und im Pfarrgarten bis 18.00 Uhr ein buntes Fest für Groß und Klein, mit Getränken, Kaffee und Kuchen, Gutes vom Grill und vielen Angeboten wie Ponyreiten, Tombola, Feuerwehr, Büchsen werfen und vieles mehr gefeiert.
Auch die zwei kurzen Gewitter zwischendurch konnten uns vom Feiern nicht abhalten und so haben wir dann, als Abschluss, gegen 18.00 Uhr unsere guten Wünsche für das Geburtstagskind mit einer Luftballonaktion in den Himmel geschickt.
Allen Sponsoren, die zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben und den fleißigen Helfern bei der Vorbereitung und Durchführung des Festes
unseren herzlichsten Dank
sagen die Mitarbeiterinnen und die Kinder der Kita.
evangelische Kirchengemeinde Wilhelmsruh | evangelische Kirchengemeinde Rosenthal | Herr Hempel CDU | Freiwillige Feuerwehr Pankow Stiftsweg | Edelweiß-Apotheke Wilhelmsruh | Bäckerei Pawlik | Goldrichtig B. Krüger | Blumenparadies | Stilvoll schenken und wohnen | Apotheke Garibaldistr. | Optiker Konrad | Sparkasse | Deutsche Bank | Firma X-Maxx | Volkswagen, Angelika Machts | Fußballverein Einheit zu Pankow | Blumen Schneevoigt | Coffee-Shop | Kaisers | Obst und Gemüse Hoang Viet Dung | Imbiss "Izmir" | Comic-Shop | Buchstütze | Reisebüro | Unisoft EDV-Systembetreuung | Lotto-Toto Presseshop Schindler | Netto Wilhelmsruher Damm | Holzspielzeug Steppke Ossietzkistr. | Firma Henkel | Spiele Max im Clou | Landhaus Rosenthal | Fam. Bartho | Fam. Gundermann/ Mohrhagen | Fam. Ute & Günter Schiefelbein | Herr Voßloh | Fam. Herborn
Ev. Kindertagesstätte Wilhelmsruh wird "100"
Aus der Geschichte einer alten Kindertagesstätte
Der Ortsteil Wilhelmsruh, damals offiziell "Kolonie" genannt, war vor 100 Jahren gerade erst 14 Jahre alt. Durch den Bau der sog. Nordbahn zog es viele Berliner aus der Innenstadt in das nördliche Umland. Ein stetes Ansteigen der Einwohnerzahl war die Folge. Das veranlasste die damals für Wilhelmsruh zuständige Kirchengemeinde Rosenthal, zur besseren medizinischen Versorgung der Bevölkerung eine Schwesternstation und zur Sammlung und Förderung der Kinder im Vorschulalter einen Kindergarten einzurichten. Die Eröffnung des Kindergartens, dessen Raum sich in dem ein Jahr zuvor fertig gestellten Kirchengebäude in der Goethestrasse befand, erfolgte im Mai 1907.
Die Zeit ist seither nicht stehen geblieben. Wer heute die hellen und freundlichen Räume unserer Kindertagesstätte mit ihren 42 Plätzen betritt, kann sich kaum vorstellen, was für Zeiten diese Einrichtung in den vergangenen einhundert Jahren erlebte und zeitweise auch durchleiden musste. In einem nicht sehr großen Raum versammelten sich anfangs täglich ca. 60 Kinder. Hier ging es wohl mehr um Betreuung der Kinder als deren Förderung. Etwas Abhilfe konnte 1930 mit dem Bau einer Baracke geschaffen werden, die aber schon bald wieder zu klein war und durch einen Erweiterungsbau vergrößert wurde. Mit dem Krieg kamen schwere Jahre auf den Kindergarten zu. Fliegeralarme am Tage wurden immer häufiger und der Luftschutzkeller im nahen Pfarrhaus musste aufgesucht werden, wenn die Zeit knapp war. Kam der Alarm zeitiger, wurden die Kinder in den etwa 10 Minuten entfernt liegenden Luftschutzbunker gebracht. Dabei heulten die Sirenen nicht selten während des Mittagessens oder des Mittagschlafes. Die damit verbundenen Belastungen für die Mitarbeiterinnen und Kinder sind für uns heute unvorstellbar.
Gegen Kriegsende wurde während der Kampfhandlungen in Berlin die Baracke von einem Artilleriegeschoss getroffen und teilweise zerstört, was die einrückenden Truppen nicht daran hinderte, sie vorübergehend als Pferdestall zu nutzen. Zuvor war leider alles brauchbare Inventar und Spielzeug von Einheimischen entwendet worden. So gestaltete sich die Weiterführung der Kindergartenarbeit unmittelbar nach Kriegsende äußerst schwierig. Ohne tatkräftige Mithilfe der Eltern, die durch viele Sachspenden zur Weiterführung der Kindergartenarbeit entscheidend beitrugen, hätte die Arbeit nicht so schnell wieder aufgenommen werden können. Da die Baracke vorerst nicht zu nutzen war, mussten die Kinder erneut in dem einen Raum, in dem alles vor fast vier Jahrzehnten begonnen hatte, spielen, essen, beschäftigt werden und schlafen. Infolge der nach dem Krieg ansteigenden Zahl von berufstätigen Müttern brachten viele Kinder ihre älteren Geschwister mit, die unter Leitung der auch für die Hortarbeit qualifizierten Kindergärtnerinnen ihre schulischen Hausaufgaben erledigten. Inzwischen waren es wieder etwa 60 Kinder, die sich in diesem Raum aufhielten und mittags auch größtenteils mit einer warmen Mahlzeit beköstigt wurden.
Dieser eigentlich unzumutbare Zustand musste zwei Jahre durchgehalten werden. 1947 war die Baracke endlich bezugsfertig, was einen geordneten Fortgang der Arbeit an und mit den Kindern ermöglichte. Durch die Eröffnung kommunaler Kindertagesstätten in den folgenden Jahren konnte die Überbelegung abgebaut und intensiver mit den Kindern gearbeitet werden.
Bei einem Rückblick auf die Geschichte der Kindertagesstätte, wie Kindergärten jetzt offiziell genannt wurden, darf nicht unerwähnt bleiben, dass 1975 in die gegenüber der Baracke liegenden Räume eine Sondertagesstätte für geistig-behinderte Kinder einzog. Seitens der Eltern der Kindertagesstätte gab es diesbezüglich besorgte Äußerungen, die sich aber als völlig unbegründet erwiesen. Auf dem Hof trafen sich die Kinder beider Einrichtungen, lernten sich kennen und konnten gut miteinander umgehen. Für die Behinderten war dieser Umgang eine Bereicherung und bei den Kindern der Kindertagesstätte konnten Vorurteile und Ängste abgebaut werden. So wurde es auf beiden Seiten sehr bedauert, als nach der Wende die Sondertagesstätte schließen musste, weil sie den neuen staatlichen Vorgaben in ihrer Struktur nicht mehr entsprach. Dafür war es aber der Kindertagesstätte möglich, vier ihrer 42 Plätze in Integrationsplätze umzuwandeln und diese nicht nur mit geistig-behinderten, sondern auch mit körperbehinderten oder mehrfach-behinderten Kindern zu belegen. Ihnen steht eine für diesen Arbeitsbereicht fachlich qualifizierte Mitarbeiterin zur Verfügung. Mit der Integrationsarbeit konnten bisher nur gute Erfahrungen gemacht werden. Auch das seit einiger Zeit Kinder bereits ab 2 Jahren in die Kindertagesstätte aufgenommen werden, ist ein neuer Aspekt ihrer Arbeit, die sich inhaltlich am "Berliner Modell" orientiert, dabei aber auch die Bedürfnisse der arbeitenden Bürger nicht aus dem Auge verliert. Dem entsprechend sind die Öffnungszeiten von 6.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Ebenfalls der Arbeit förderlich erwies sich eine grundlegende Sanierung der Baracke, die bestenfalls nur noch von außen als eine solche zu erkennen ist. Die Räume sind freundlich und kindgerecht eingerichtet und wirken einladend auf jeden Besucher.
Die zurückliegenden einhundert Jahre mit ihren Höhen und Tiefen geben uns Anlass, dankbar für alle Bewahrung auf diese Zeit zurück zu blicken.











































